Ein gemeinsamer Besuch bei Armand Printz, L'Hopital, Frankreich
Aquarianer sind gesellig und verstehen sich auch über Landesgrenzen hinaus bestens. Sprachlich war das Englisch von Dan nicht so einfach zu verstehen, aber es ging. Die kleine Runde hatte den Hintergrund, daß Fische getauscht wurden. Die Engländer brachten Fische nach Frankreich, ich brachte Fische nach Frankreich für die Engländer und der Luxemburger kam ohne Fische und nahm auch keine wieder mit. Wir hatten sehr viel Spaß und die Freundin von Armand hatte sich in der Küche übertroffen. Natürlich wurden auch die Aquarien von Armand bewundert, aber mangels geeigneter Kamera hatte ich dieses mäl auf das Fotografieren verzichtet. Leider war das Zusammentreffen viel zu kurz, aber die Engländer hatten noch neun Stunden Fahrt zu bewältigen und die Fähre wartete auch nicht auf sie. Für das nächste mal wurde aber schon beschlossen, daß übernachtet wird.
Belize, ein kleines Land, die Größe gerade mal so groß wie Hessen, hatte erstaunlich viel zu bieten. Ornitologisch soll es über 800 Vogelarten geben und in den kurzen Flüssen und sonstige Gewässern tummeln sich erstaunlich viele Fischarten, wobei wir natürlich hauptsächlich an Cichliden interessiert waren.
Vielen Liebhabern mexikanischer Cichliden ist dieser See, der eigentlich ein Quelltopf ist, bekannt. Obwohl nur zwei Cichlidenarten hier natürlich vorkommen, zwei weitere wurden ausgesetzt, kennt fast jeder die Media Luna. Nur wenige haben dieses Gewässer besucht und die letzten Besucher hatten leider keine guten Nachrichten, doch dazu später.
Kleiner Nachtrag zu dem Reisebericht vom Rio Esti in Panama
Ein erstmals gezeigter Clip von einem Pimelodus. Vermutlich handelt es sich um Pimelodella chagresi. Wir haben kein Tier mitgebracht, da so etwas unmöglich zu fangen ist. Ein wunderschöner kleiner Welsartiger.
Ich möchte noch einen weiteren Cichliden vorstellen, der, wie es die Artbezeichnung erkennen lässt, weit im Amazonasbecken verbereitet ist. Ich hatte diese Art vor langer Zeit in einem Zoohandel in Offenbach bei Landau entdeckt und konnte nicht widerstehen.
Cichlasoma amazonarum ist einer der letzten, der ehemals riesigen Sammelgattung Cichlasoma. Soweit mir bekannt, sind nur noch 12 Arten als Cichlasoma übrig geblieben. Die Arten dieser Gattung sind von den Wasserwerten, sowie von der Ernährung, absolut problemlos, so auch C. amazonarum. Für die Haltung und die Zucht, ist unser Karlsruher Leitungswasser scheinbar optimal. Gefressen wird fast alles was ins Maul passt.
Cichlasoma amazonarum hat sich als sehr rabiat heraus gestellt, besonders wenn die Tiere ihre Nachkommen führen, kann das Aquarium nicht groß genug sein. C. amazonarum ist ein Offenbrüter und bildet eine Elternfamilie. Diese Art ist sehr vermehrungsfreudig und man ist sehr gut beraten, wenn man nicht zu viele Jungfische hoch zieht. Es gibt durchaus Liebhaber, die sich der Gattung Cichlasoma annehmen, aber die gilt es zu finden.
Trotzdem ist es eine schöne Art, die sebst für Anfänger keine Herausforderungen stellen sollte. Wer zufällig ein Aquarium ab einer Grundfläche von 120 x 40 cm frei haben sollte und die inzwischen selten gewordenen Tieren im Handel sieht, sollte es mal mit ihnen versuchen.
Bei einem Besuch einer Börse der DCG Region Stuttgart in Hof und Lembach, bei der ich auch regelmäßig als Züchter teilnahm, stolperte ich zufällig über ein halbverhungertes Paar dieser Hechtcichliden. Der Preis war stolz, aber ich konnte nicht Nein sagen. Es waren meine ersten Crenicichla und ich setzte diese in ein Becken, zusammem mit Aequidens metae und versuchte die Tiere mit Cichlidsticks und sonstigem Kunstfutter, sowie mit Frostfutter, zu füttern. Auf nichts der angebotenen Futtersorten reagierten die Crenicichla. Langsam wurde mir klar, warum diese Tiere so extrem schlank waren. Nun probierte ich es mit Lebendfutter in Form von Regenwürmern. Das war der Knackpunkt. Die sich ringelnden Würmer waren interessant und wurden selbst vom kleineren Weibchen gierig verschlungen. Der Bauchumfang wurde schnell größer, besonders das Weibchen wurde regelrecht dick und präsentierte ihren roten Bauch dem Männchen, wie man es von den Pelvicachromisarten kennt.
Börsen der DCG Region Stuttgart in Hof und Lembach
Diese beliebte Börse wurde zweimal im Jahr in der alten Kelter in Hof und Lembach veranstaltet. Besonders im Frühjahr war es empfehlenswert sich warm anzuziehen. Beheizt wurde nicht. Die Aquarien mussten selbst mitgebracht werden, aber mit der Routine, die sich nach regelmäßigen Besuchen von selbst einstellt, war das schnell erledigt. Der Andrang war immer groß und das Angebot absolut sehenswert. Einige Raritäten waren immer dabei. Leider gibt es auch diese Börse nicht mehr. Der ehemalige Regionalobmann und Organisator, Richard Liebersbach, ist nach einem Schlaganfall, nach Jahren im Pflegeheim, vor wenigen Jahren gestorben
2009, das Jahr meiner ersten Fischfangreise, führte uns an den Rio Candelaria. Der Fluss entspringt in den Bergen von Guatemala und hat in Mexiko eine beachtliche Breite. Wir fuhren von Palenque aus, über eine gut ausgebaute Landstraße an den Candelaria, überquerten die Brücke und fuhren dann auf der linken Seite des Flusses in Richtung Guatemala. Am Rio Candelaria direkt war ein Fangen kaum möglich. Der Fluss hatte eine starke Strömung und die Ufer waren zu steil um sicheren Halt zu geben. Seitlich an der Straße, sah man des öfteren kleine Zuläufe und Sumpfgebiete mit verschieden großen Gewässern. Wir suchten uns ein schönes aus, an dem man, sehr wichtig, gut parken konnte und den Wagen immer im Blick hatte.
Diese Cichlidenart leutete den Wechsel von Cichliden aus dem Malawi- und dem Tanganjikasee zu den Arten aus Süd- und Mittelamerika bei mir ein. Ich fand diese Tiere damals bei Marx Aquaristik, in der Nähe von Butzbach. Leider gibt es diesen Aquaristikhändler nicht mehr. Es waren unscheinbare, blasse Cichliden, die bei weitem nicht das darstellten, was mal daraus werden sollte. Der Preis stimmte und ich hatte mich zuvor schon schlau gemacht, konnte also davon ausgehen, daß diese grauen Mäuse später mal deutlich besser aussehen werden.
Ich setzte meine neuen Errungenschaften in ein 540 L Aquarium, das aber bald zu klein wurde. Die Tiere sahen nun schon deutlich besser aus und man konnte inzwischen schon die Geschlechter erkennen. Ich hatte ein Männchen und vier Weibchen. Zufällig hatte ich in der ehemaligen Bar noch genügend Platz für ein größeres Auarium. Ich klebte mir einen Behälter mit den Größen 238 x 70 x 70 cm. Dieser hatte nun die richtige Größe für die G. altifrons. Als die Tiere nahezu ausgewachsen waren, begann nun auch die Vermehrung. Die Weibchen hatten eindeutig Eier im Maul, G. altifrons ist ein larvophiler Maulbrüter, aber nach wenigen Tagen begannen die Weibchen wieder zu fressen. Nach langem Überlegen war ich mir sicher, daß es an unserem harten Leitungswasser liegt. Also beschaffte ich alle 14 Tage 500 L Quellwasser. Eine Strecke etwa 20 km, einen Weg ! Aber auch dies wurde nicht honoriert. Schweres Herzens gab ich meine Lieblinge an einen befreundeten Aquarianer, dessen Leitungswasser, im Schwarzwald nahe bei Freiburg, optimal aus dem Hahn kam. Er züchtete so ziemlich jede noch so schwierige Art nach und ich war mir sicher, daß meine Lieblinge in den besten Händen waren. Leider hatte er aber auch kein Glück. Nachdem die Tiere ein paar mal gelaicht hatten, gingen alle komplett wegen einer Krankheit ein. Hätte ich sie nur nicht weggegeben.
Diese Erfahrung brachte mich nun zu den mittelamerikanischen Cichliden, die problemlos mit dem Karlsruhe Leitungswasser klar kommen.
Zum Hobby gehört natürlich auch, dass man sich gegenseitig besucht. Gerne folgten wir der Einladung von Armand Printz nach Lotringen um seine Fische zu bestaunen. Armand fängt viele seiner Fische wärend seiner Reisen nach Mexiko selbst. Er ist, schon deshalb, eher auf mittelamerikanische Cichliden spezialisiert, aber auch für anderes offen. Man sah mehrere Thorichthysarten, Trichromis salvini aus dem Rio Chacamax, Petenia splendida, Vieja hardwegi und vieles mehr. Nach vielem bestaunen, fragen, antworten und fotografieren, wurden noch einige Nachzuchten der seltenen Tiere heraus gefischt und für den Transport, zurück nach Karlsruhe, vorbereitet.
Ausflug bei den Belgische Cichlidenliefhebbers Vereniging Antwerpen
Diese Ausstellung war eine der größten Events in und rund um Belgien. Hier sah man natürlich sehr viele Belgier, sondern auch viele Cichlidenliebhaber aus dem nahen Ausland. Für Holländer war es nicht weit, aber man sah auch Franzosen, sogar englisch wurde gesprochen und für die DCGler aus dem Ruhrpott war diese Ausstellung Pflicht. Sogar Karlsruher nahmen den weiten Weg auf sich.
So wie ich mich erinnere, war diese Ausstellung alle zwei Jahre, bin mir aber nicht mehr sicher. Von der Kleidung her, müsste das in den 80ern im letzten Jahrhundert gewesen sein. Die Digitalfotografie war damals noch unbekannt und ich fotografierte damals ausschließlich mit Diafilmen
2012 besuchten wir den kleinen mittelamerikanischen Staat, der gerade mal die Größe von dem Bundesland Hessen hat. Belize war vor nicht allzu langer Zeit noch eine englische Kolonie und nannte sich damals Britisch Honduras. Schon deshalb findet man viele Briten, die teils ihr Lebendsabend hier verbringen, aber auch welche die hier Grundstücke kauften, die meist wunderschön als Ferienanlagen angelegt wurden. Das beste Beispiel wäre das Resort von dem Frontmann der Gruppe Jethro Tull, Ian Anderson, zu nennen. Praktischerweise ist die Amtssprache Englisch.
Auch hier nochmal einige Aufnahmen dieser Art. Ich hab in meiner Laufbahn als Aquarianer schon viele Exemplare dieser Art gehalten, aber diese sind bisher am schönsten.